Besuch des Apostels in Vechelde

Dem Gottesdienst, den Apostel Buchard am 18. November 2012 in Vechelde hielt, gaben die Kinder der Gemeinde ein ganz besonderes Gepräge.

Nach dem Verlesen des Bibelwortes Kolosser 1, 13 "Er hat uns errettet von der Macht der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes" sangen Chor, Kinderchor, begleitet von der Orgel das Lied „Gott ist da“. Die Kinder trugen dabei T-Shirts mit der Aufschrift „Gott ist da, Halleluja“. Diese hatten sie erstmals bei der Veranstaltung „Vechelde singt“ am 9. September 2012 im Bürgerzentrum getragen.

Der Apostel ging in seinem Dienen zunächst darauf ein. Er sagte, man müsse die Anrede heute ändern in „Liebe Mädchen und Jungen, liebe große Mädchen und Jungen (dabei meinte er den Chor)“. Er wies darauf hin, dass Gott in der Tat immer da sei, nachts, wenn wir Angst haben, in der Schule, wenn es vielleicht Ärger mit Lehrern und Mitschülern gibt, wenn Arbeiten geschrieben werden müssen, wenn es Streit gibt: Gott ist immer da, auch wenn es uns schlecht geht. „Gott ist immer da. Das lasst euch von niemandem ausreden!“, war der Rat des Apostels nicht nur an die Kinder.

„Gott ist da!“ dürfe aber auch nicht missbraucht werden im Sinne von: „Gott sieht alles und wird dich strafen.“ Der Apostel erwähnte in diesem Zusammenhang Psalm 139, 15.16. Dort heißt es sinngemäß: Gott war für uns schon da, als wir noch nicht geboren waren. Der Ausruf „Gott ist da“, schloss der Apostel seine Ausführungen zum Lied der Kinder ab, solle Auslöser für viele schöne Gedanken im Alltag sein.

Dann leitete er mit dem ersten Teil des Bibelwortes zum Hauptteil der Predigt über. Gott war da und hat uns aus der Finsternis errettet. Was kann diese Finsternis sein? Das fängt mit Aberglauben an: dem Glücksbringer im Auto und allerlei Spökenkiekerei. Das hört auf mit Neid und Hass: Wer macht uns davon frei? Keine wissenschaftliche Formel, keine Armee der Welt schafft das – nur das Opfer Jesu Christi. Wenn wir nun frei sind, so der Apostel, können wir uns dem zweiten Teil des Bibelwortes zuwenden: Dem Reich Christi. Wo Jesus ist, da kann es nur schön sein, da herrschen nur Liebe und Freude. Es ist, so der Apostel, ein Lebensraum, in dem wir uns rundum wohlfühlen. Wenn wir in diesem Lebensraum leben wollen, müssen wir uns damit beschäftigen, wie Jesus war:

  • Schon als Zwölfjähriger war Gott für ihn wichtiger als alles andere, Gott war das Zentrum seines Lebens.
  • In der Versuchung wies er den Teufel in die Schranken: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.“ (Lukas 4, 8).

Gott soll also im Mittelpunkt unseres Lebens stehen, nicht etwa Sorgen. Wenn diese auch einmal da sind, sollen wir uns davon nicht verrückt machen lassen: „Gott ist da!“.

Zum Ende seiner Predigt wies der Apostel noch darauf hin, dass das Leben Jesu von Liebe und Zuwendung anderen gegenüber geprägt gewesen sei. So entstehe das Reich Christi. Als anschauliches Beispiel dafür, wie man dort miteinander umgeht, führte er folgende Geschichte an:

Ein frommer Mann bat Gott einmal darum, den Himmel und die Hölle sehen zu dürfen. Gott erlaubte es ihm und gab ihm den Propheten Elia als Führer mit. Elia führte den frommen Mann zuerst in einen großen Raum, in dessen Mitte auf einem Feuer ein Topf mit einem köstlichen Gericht stand. Rundum saßen Leute mit einem langen Löffel und schöpften alle aus dem Topf. Aber die Leute sahen blass, mager und elend aus. Denn die Stiele ihrer Löffel waren viel zu lang, so dass sie das herrliche Essen nicht in den Mund bringen konnten. Als die Besucher wieder draußen waren, fragte der fromme Mann den Propheten, welch ein seltsamer Ort das gewesen sei. Es war die Hölle. Daraufhin führte Elia den frommen Mann in einen zweiten Raum, der genau aussah wie der erste. In der Mitte des Raumes brannte ein Feuer, und dort kochte ein köstliches Essen. Leute saßen ringsum mit langen Löffeln in der Hand. Aber sie waren alle gut genährt, gesund und glücklich. Sie versuchten nicht, sich selbst zu füttern, sondern benutzten die langen Löffel, um sich gegenseitig zu essen zu geben. Dieser Raum war der Himmel!

(Russische Geschichte, veröffentlicht in Spirit, zuletzt in „Die Nachttischlampe“, Hrsg. Andrea Schnitzer, Verlag Friedrich Bischoff, S. 26).

Text: W. P.
Fotos: T. B.