Zwei Versiegelungen, ein Diakon - Apostel in Vechelde

Wo soll man anfangen, wo aufhören? Die Gemeinde Vechelde war glücklich, dass der Apostel sein Versprechen wahr gemacht hat, einmal auch wegen der vielen Kinder am Sonntagmorgen zu uns zu kommen. Es wurde ein ereignis- und segensreicher Gottesdienst.

Die Kinder des Religionsunterrichtes gestalteten den Gottesdienst maßgeblich mit, indem sie dem Apostel das Thema vorgeschlagen hatten: Liebe. Dazu hatten sie eine szenische Lesung des „Hohen Liedes der Liebe“ (1. Korinther 13) vorbereitet. Eine Sprecherin las den Bibeltext und jeweils ein Kind erzählte zu einem Gedanken des Hohen Liedes eine praktische Umsetzung aus der Alltagserfahrung der Kinder.

Der Apostel lobte die Kinder für ihren Beitrag und wies zu Beginn seines Dienens darauf hin, dass ein berühmter Theologe einmal gesagt habe, man müsse das „Hohe Lied“ dreimal lesen: Einmal im Wortlaut. Beim zweiten Mal solle man den Namen „Jesus“ anstelle von „die Liebe“ einsetzen. Beim dritten Mal dann den eigenen Namen. So werde einem bewusst, was der Inhalt dieses bedeutenden Bibelwortes sei: Es kommt auf die Umsetzung an! Das Theoretisieren allein bringt nichts. Insofern sei der Impuls der Kinder sehr wichtig, das Bibelwort auf die Alltagswelt zu beziehen.

Er ging dann in diesem Sinne auf einige Aspekte des Bibelwortes und seine praktische Umsetzung ein:

  • Es bringt nichts, Weisheit und Erkenntnis für sich zu sammeln, zu behalten und sich dann überlegen zu fühlen. Wir müssen andere daran teilhaben lassen!
  • Es nützt nichts, alle Habe zu verschenken, weil man sich Nachruhm sichern will oder im Rampenlicht stehen möchte. Es kommt auf die Motivation für das Schenken an! Aller Ruhm ist vergänglich, selbst Straßennamen werden kritisch hinterfragt und ggf. geändert; es müssen darunter Schilder angehängt werden, damit man überhaupt noch weiß, wer der Geehrte war. Was heute Ewigkeitswert zu haben scheint, ist morgen vielleicht schon vergessen. Nur Schenken aus Liebe zählt.
  • Großmut sollen wir zeigen, uneigennützig den anderen auch etwas gönnen, nicht neidisch sein.
  • Langmut und Geduld mit dem Nächsten haben. Wie in der Schule nicht aufgegeben werden darf, auch wenn die Erfolge zunächst ausbleiben: Weiterlernen! So auch im Glauben.

Eingehend auf den Altarschmuck sagte der Apostel, dass es wichtig sei, Jesus in sein Lebensschiff zu nehmen. Dann hat man die Liebe an Bord. Dann weiß man, was zu tun ist.

Zusammenfassend sagte der Apostel: Das Evangelium leben heißt heute, Zeichen der Liebe zu setzen. Dazu erzählte er die Geschichte von einem Missionar, der abgelöst wurde, weil er die Landessprache nicht sprach. Der neue Missionar hielt flammende Gottesdienste und Bibelabende über Jesus Christus und das Evangelium. Daraufhin sagten die Eingeborenen: Von Christus brauchst du uns nichts zu erzählen, der war schon hier. Der hat uns zur Seite gestanden, für uns Baumaterial besorgt, unsere Kranken gepflegt, den Sterbenden beigestanden und vieles mehr.

Es kommt also auf die praktische Umsetzung des Hohen Liedes an.

In seinem Predigtbeitrag wies der Bezirksälteste u.a. darauf hin, dass in dem Gottesdienst noch ein Diakon ordiniert werden solle. Dazu führte er aus, dass Jesus den Petrus auch nicht nach Qualifikationen und Abschlüssen gefragt habe, sondern nur, ob er ihn lieb habe. Diese Liebe ist eben das Wichtigste. Dreimal wurde Petrus gefragt, wohl auch, damit er nach einem ersten spontanen „Ja“ noch einmal genau über die Frage nachdenkt.

Es sei eigentlich für jeden Gottesdienst wichtig, dass man sich, wie die Kinder, über die praktische Umsetzung des Wortes Gedanken macht.

Danach erzählte der Apostel in Anlehnung an ein Gleichnis von Jesus Christus eine Geschichte: Ein Chef forderte seine Mitarbeiter nach einer längeren Abwesenheit auf zu erzählen, was sie getan hätten. Der erste erzählte, dass er alles Geld nach Indien transferiert habe, um den Menschen dort zu helfen. Der Chef sagte, er habe aber doch auch einiges für sich behalten. Der zweite Mitarbeiter berichtete, dass er Kranke unentgeltlich gepflegt habe, Gefangene besuchte und vieles mehr. Der Chef sagte darauf: Aber den Applaus dafür hast du sehr genossen. Der dritte Mitarbeiter hatte nun Angst zu berichten und sagte: „Weil ich wusste, dass du so streng bist, habe ich lieber gar nichts getan.“ Darauf sagte der Chef: „So einen kann ich nicht gebrauchen!“ und entließ ihn.

Die Geschichte soll zeigen: Nichtstun ist keine Option! Wir müssen Zeichen der Liebe setzen. Wir dürfen dabei auch mal Fehler machen, die bügelt der liebe Gott für uns aus. So wie bei der Sündenvergebung in jedem Gottesdienst.

In seiner bekannten liebevollen und den Kindern zugewandten Art versiegelte der Apostel unsere Kinder Lena Orgas und Titus Grabiak.

Ebenso liebevoll und einfühlsam ordinierte er den Bruder Carsten Orminski zum Diakon für unsere Gemeinde.

Wir wollen diesen Impuls des Apostels, Zeichen der Liebe zu setzen, aufnehmen und in die Praxis umsetzen. Fangen wir damit an, indem wir unsere neuen Gemeindemitglieder und unseren Diakon liebevoll aufnehmen und unterstützen.

Text: W. P.
Fotos: T. B.